Militello in
Val di Catania

Ätna-Barock

Militello in Val di Catania ist eine Stadt in der Provinz Catania, die gemeinsam mit Caltagirone, Catania, Noto, Palazzolo Acreide, Ragusa, Modica und Scicli im Juni 2002 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Es gibt zahlreiche Hypothesen über die Gründung der Stadt. Die bekannteste ist die des Schriftstellers Pietro Carrera, dem zufolge die Stadt um 212 v. Chr. als römische Siedlung entstand, und zwar während der Belagerung von Syrakus, als die Truppen des Konsuls Claudius Marcus Marcellus nach einem abgelegenen Ort suchten, um einer Cholera-Epidemie zu entkommen. So entstand die Kolonie Militum Tellus („Land der Soldaten“), die der Stadt ihren Namen gab.
Im Mittelalter wurde das Lehen Militello unter der Herrschaft der Familie Barresi als Markgrafschaft anerkannt. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts, als das Lehen in die Hände von Prinz Francesco Branciforte und seiner Frau Giovanna von Österreich überging, begann eine Zeit großen Aufschwungs, es kam zum Bau zahlreicher Paläste und Kirchen. Im Zuge des Wiederaufbaus, der nach dem Erdbeben von 1693 erforderlich war, kamen noch weitere kostbare Barockschätze hinzu.

Zu den bedeutendsten Meisterwerken zählen das Kloster San Benedetto, das ab 1616 im barocken und manieristischen Stil erbaut wurde, und die Kirche Santa Maria della Stella, deren Fassade mit üppigen barocken Schnitzereien verziert ist. Im Inneren finden sich ein prächtiges Altarbild aus dem Ende des 15. Jahrhunderts, ein Werk des Florentiner Bildhauers Andrea della Robbia, und ein weiteres Altarbild aus dem 15. Jahrhundert, das Antonello da Messina zugeschrieben wird. In der Kirche San Giovanni Battista verbindet sich die Kreativität des Barocks mit der Schönheit der bunten Majolika von Caltagirone, die den Fußboden des Kirchenschiffs ziert. Das Schloss Barresi-Branciforte, von dem im Wesentlichen nur noch ein Turm und der Eingangsbogen erhalten sind, zählt zu den bedeutendsten Gebäuden der Stadt, daneben befindet sich der wunderschöne Brunnen der Nymphe Zizza.

Nicht weit von Militello entfernt erstrecken sich bezaubernde Naturlandschaften. Die Ossena-Wasserfälle liegen südlich der Stadt, in einem Tal, das durch Felsgestein geprägt wird und mit den typischen Pflanzen der mediterranen Macchia wie Johannisbrotbäumen, Eichen und Kaktusfeigen bewachsen ist. Ein weiteres landschaftliches Highlight ist die Cava del Calcarone, eine interessante geologische Formation von Höhlen, die in der Frühzeit als menschliche Behausungen dienten.

Militello in Val di Catania

Interessante Bauwerke

  • Kirche Madre San Nicolò – SS. Salvatore
  • Wallfahrtskirche Santa Maria della Stella
  • Kirche und ehemalige Abtei San Benedetto
  • Kirche Santa Maria la Vetere
  • Kirche Santissimo Sacramento al Circolo
  • Kirche Sant’Antonio di Padova
  • Kirche Santissimo Crocifisso al Calvario
  • Ordenskirche Madonna della Catena
  • Ordenskirche San Sebastiano
  • Ordenskirche Anime Sante del Purgatorio
  • Kirche Santa Maria dello Spasimo
  • Kirche San Giovanni Battista
  • Kirche Sant’Agata
  • Kirche San Leonardo Abate
  • Kirche San Domenico dei Frati Predicatori
  • Kirche San Francesco d’Assisi von den minderen Brüdern
  • Kirche Santa Maria degli Angeli des Kapuzinerordens
  • Kirche San Francesco di Paola all’Annunziata von den geringsten Brüdern
  • Normannenturm
  • Castello Barresi-Branciforte
  • Brunnen der Nymphe Zizza
  • Palazzo Baldanza-Denaro
  • Palazzo Niceforo
  • Palazzo Baldanza
  • Palazzo Majorana della Nicchiara
  • Palazzo Tineo
  • Palazzo Iatrini
  • Palazzo Liggieri
  • Palazzo Reburdone
  • Palazzo Reina
  • Palazzo Sciannaca